Kunstvermittlung
Kunstvereine leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Präsentation, Förderung und Auseinandersetzung mit neuen Formen zeitgenössischer Kunst, indem sie Künstlerinnen und Künstlern ein Forum bieten, neue und experimentelle Wege zu beschreiten. Neugierige Besucher werden so mit neuen Arbeits- und Ausdrucksweisen konfrontiert, die sich ihnen nicht auf Anhieb erschließen und für deren Vermittlung die bekannten Kategorien - Analyse, Deutung, Aufklärung und Gespräch über ein Kunstwerk – oft nicht mehr ausreichen.
Kunstvermittlung kann heute selbst künstlerische Praxis sein: Sie involviert das Publikum, macht es zu Akteuren, Verbündeten oder auch Opponenten. In diesem Sinne kann und sollte eine zeitgemäße Kunstvermittlung ebenso Grenzen überschreiten wie die zeitgenössische Kunst. Kunstvereine haben sich seit jeher für die Präsentation künstlerischer Positionen stark gemacht, lange bevor sie internationales Renommée erlangten, deshalb sind auch experimentelle Formen der Kunstvermittlung inhaltlich wie praktisch in Kunstvereinen richtig verortet.
Die ADKV beschäftigt sich daher seit vielen Jahren mit dem Thema Kunstvermittlung und bietet im Rahmen von Projekten und Einzelveranstaltungen immer wieder Fortbildungsangebote und Austauschmöglichkeiten für Kunstvereine und KunstvermitterInnen.
Netzwerktreffen zur Kunstvermittlung der dOCUMENTA 13 und der Manifesta 9
Die ADKV lädt ihre Mitglieder zu einem kombinierten Netzwerktreffen ein, bei dem die Kunstvermittlungskonzepte der Großveranstaltungen Documenta und Manifesta im Mittelpunkt stehen. Neben dem Austausch der Kunstvereinsleiterinnen und -leiter untereinander, sollen die Netzwerktreffen in Kassel (d13) und Genk (M9) auch zur Vorbereitung der eigenen Mitgliederreisen dienen.
dOCUMETA 13 in Kassel
Sonntag, 17. Juni 2012, ca. 12-17 Uhr
Einführung in das Kunstvermittlungsangebot der d13 durch Julia Moritz, Leiterin der Abteilung "Vielleicht Vermittlung und andere Programme", anschließend gemeinsame Teilnahme an einer "dtour".
Manifesta 9 in Genk, Belgien
Dienstag, 19. Juni 2012, ca. 10-15 Uhr
Begrüßung und Einführung in die Leitmotive der Manifesta 1-9 mit Hedwig Fijen, Gründungsdirektorin der Manifesta & Direktorin der
Manifesta Foundation; Führung mit einem Kunstvermittler über die M9, anschließend Diskussion zur Kunstvermittlung mit Yoeri Meessen, Leiter der Bildungsabteilung der M9.
Detaillierte Informationen zum Programm und zur Anmeldung erteilt die ADKV-Geschäftsstelle (siehe Kontakt).
Projekt: Collaboration | Vermittlung.Kunst.Verein
Ein Modellprojekt der ADKV zur Förderung zeitgemäßer Kunstvermittlung an Kunstvereinen in Nordrhein-Westfalen (2008-09 + 2010)
Auf der Grundlage einer Ausschreibung für Vermittlungsprojekte mit einer Laufzeit von bis zu 12 Monaten wurde KunstvermittlerInnen 2008/09 eine kontinuierliche Arbeitspraxis geboten, um neue Ideen und Konzepte der Kunstvermittlung an Kunstvereinen zu entwickeln und auszuprobieren.
Gefordert war, dass die Vermittlungsprojekte in der Zusammenarbeit von Kunstverein und KunstvermittlerIn entstehen und realisiert werden. Ausgewählt wurden sieben herausragende und innovative Konzepte, die prozessorientiert, über institutionalisiertes Wissen und traditionelles Kunstverständnis hinausgehen sowie die Teilhabe an kreativen und ästhetischen Prozessen bieten.
Mit der dreiteiligen Workshopreihe im Herbst 2010 wurde die erfolgreiche erste Phase des Modellprojektes fortgesetzt. Die Workshops griffen die Resultate auf und entwickelten diese mit theoretischen sowie praxisbezogenen Ansätzen weiter. Im Mittelpunkt standen dabei auch Fragen nach der Dokumentation und Evaluation von Kunstvermittlungsprozessen sowie ihrer nachhaltigen Etablierung.
Weitere Informationen zum Projekt COLLABORATION finden Sie hier: www.nrw.kunstvereine.de
Workshop zur Kunstvermittlung: "Vermitteln/verhandeln"
Von Publikum, Akteur/innen & Komplizenschaften
13.-14. März 2009, Künstlerhaus Stuttgart
Die zweitägige Veranstaltung untersuchte die Möglichkeiten einer zeitgemäßen Kunstvermittlung und partizipativer Produktionsformen in Kunstvereinen und Museen. Welche Rolle spielt das Publikum heutzutage in einer Kunstinstitution? Wie funktioniert Vermittlung? Unter welchen Bedingungen und mit welchen Mitteln können Ausstellungen zu echten Kommunikationsräumen werden?
Zeitgenössischen Vermittlungsmodellen geht es darum, BetrachterInnen einzubeziehen und mit diesen als Co-ProduzentInnen, KomplizInnen oder AusstellungskritikerInnen in Verhandlungen zu treten. Auf diese Weise stellen sie auch für die Kunstinstitution Ansätze dar, ihren Auftrag durch neue dynamische Formen der Kunstpräsentation weiterzuentwickeln.
Die Veranstaltung widmete sich zunächst in einer Reihe von Abendvorträgen der Kunstvermittlung als eigenständigem Handlungsraum im Spannungsfeld zwischen institutionellen und emanzipativen Ansprüchen. Am folgenden Tag boten Workshops einen Einblick in aktuelle Formen der Vermittlung und diskutierten die Potentiale einer reflexiven und experimentellen Vermittlungspraxis.
Eine Veranstaltung der ADKV in Kooperation mit dem Künstlerhaus Stuttgart und Claudia Hummel (Kunstvermittlerin & Künstlerin, Berlin).
Tagungsprogramm (PDF) + Workshops (PDF)
Tagung zur Kunstvermittlung
Kunstvermittlung zwischen Konformität und Widerständigkeit
7. bis 9. November 2008
In den letzten 10 Jahren hat es eine Intensivierung der Diskussion zum Thema Kunstvermittlung gegeben. Auf vielen Tagungen und in Workshops wurden neue Vorstellungen konkretisiert, Kunst zu rezipieren, Kunst als Bestandteil des eigenen Lebens anzusehen, Auseinandersetzung um unterschiedliche Betrachtungen und Interpretationen zuzulassen. In mehreren Bundesländern wurden Fonds eingerichtet, aus denen Projekte und Ideen gefördert werden können. Bei großen Ausstellungsevents des Jahres 2007 hatte Kunstvermittlung erstmalig einen mit den Kunstprojekten gleichrangigen und gleichberechtigten Stellenwert eingeräumt bekommen.
Carolina Kecskemety wird die Tagung künstlerisch begleiten, zudem ist das deutsch-finnische Künstlerpaar Tellervo Kalleinen und Oliver Kochta-Kalleinen, die Erfinder der Beschwerdechöre, eingeladen ihr Projektkonzept vorzustellen. Ein Workshop mit ihnen eröffnet den Teilnehmenden die Möglichkeit, neben der Reflektion des Tagungsthemas, dieses auch mit konkreten Erfahrungen anzugehen.
Tagungsprogramm (PDF), Kurzbericht der Tagung (PDF)
Zur Tagung ist 2009 eine Publikation erschienen.
Weitere Angebote der vergangenen Jahre zur Kunstvermittlung
Workshop
Kunstvermittlung der documenta 12: "Bildung - was tun?", Kassel 2007
Die dritte der drei Leitfragen der documenta 12 war der Kunst und ihrer Vermittlung gewidmet. Damit wurde die Kunstvermittlung auf einer documenta erstmals zum integralen Bestandteil der Ausstellungskonzeption mit einer eigenen Architektur.
Im Vorfeld der documenta 12 hat die ADKV einen Workshop durchgeführt, der VertreterInnen der Kunstvereine mit denen des documenta-Teams sowie des Umfeldes zusammenführt. Ziel war, den Kunstvereinen eine optimale Vorbereitung für ihre eigenen Kunstreisen zur documenta 12 zu geben.
Workshop-Programm (PDF), Workshop-Bericht (PDF)
Tagung
Wo laufen S(s)ie denn hin?! Neue Formen der Kunstvermittlung fördern, Wolfenbüttel 2005
in Kooperation mit der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel
Kurzbericht der Tagung (PDF)
Zur Tagung ist 2006 eine Publikation erschienen.
Tagung
Kunstvermittlung zwischen partizipatorischen Kunstprojekten und interaktiven Kunstaktionen, Kassel 2002
Zur Tagung ist 2002 eine Publikation erschienen.
Projekt: "Der Friesische Teppich"
"Der Friesische Teppich – ein Gewebe aus Kunst, Kirche und Kommunikation", August bis Oktober 2003
In Zusammenarbeit mit dem Künstlerhaus Wittmund/Hooksiel, der Kunsthalle Wilhelmshaven und dem Kunstverein Cuxhaven; unterstützt von der Hanns-Lilje-Stiftung, der Kulturstiftung der Länder, dem Land Niedersachsen und aus Mitteln des EFRE-Fonds.
Das Projekt hat im ländlichen Friesland Kunstvereine, Kirchengemeinden, KünstlerInnen und BürgerInnen vernetzt und miteinander ins Gespräch gebracht. Ziel des "Friesischen Teppichs" war, Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen, die bisher wenig Berührungspunkte mit zeitgenössischer Kunst hatten, zu motivieren, durch die Teilhabe an künstlerischen Prozessen neue Kommunikationsformen zu entdecken und dadurch Selbstverantwortung und Mitbestimmung zu übernehmen.
In Cuxhaven war die Künstlerin Antje Schiffers (PDF) tätig, in Wilhelmshaven die Künstlerin Doris Koch (PDF), in Hooksiel Betram Weisshaar/atelier latent (PDF). Carmen Mörsch und Nanna Lüth von Resource:Kunst (PDF) haben ein Vermittlungsprojekt erarbeitet, das die drei Orte miteinander verbunden hat.
Zum Projekt ist 2004 eine Publikation erschienen.






