Zeitgemäße Kunstvermittlung
Kunstvereine leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Präsentation, Förderung und Auseinandersetzung mit neuen Formen zeitgenössischer Kunst, indem sie Künstlerinnen und Künstlern ein Forum bieten, neue und experimentelle Wege zu beschreiten. Neugierige Besucher werden so mit neuen Arbeits- und Ausdrucksweisen konfrontiert, die sich ihnen nicht auf Anhieb erschließen und für deren Vermittlung die bekannten Kategorien - Analyse, Deutung, Aufklärung und Gespräch über ein Kunstwerk – oft nicht mehr ausreichen.
Kunstvermittlung kann heute selbst künstlerische Praxis sein: Sie involviert das Publikum, macht es zu Akteuren, Verbündeten oder auch Opponenten. In diesem Sinne kann und sollte eine zeitgemäße Kunstvermittlung ebenso Grenzen überschreiten wie die zeitgenössische Kunst. Kunstvereine haben sich seit jeher für die Präsentation künstlerischer Positionen stark gemacht, lange bevor sie internationales Renomée erlangten, daher sind auch experimentelle Formen der Kunstvermittlung inhaltlich wie praktisch in Kunstvereinen richtig verortet.
Collaboration | Vermittlung.Kunst.Verein
Ein Modellprojekt der ADKV zur Förderung zeitgemäßer Kunstvermittlung
Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine und das Land Nordrhein-Westfalen initiieren und fördern mit dem Modellprojekt COLLABORATION | VERMITTLUNG.KUNST.VEREIN zeitgemäße Formen der Kunstvermittlung an Kunstvereinen in Nordrhein-Westfalen. Auf der Grundlage einer Ausschreibung für Vermittlungsprojekte mit einer Laufzeit von bis zu 12 Monaten wird KunstvermittlerInnen eine kontinuierliche Arbeitspraxis geboten, um neue Ideen und Konzepte der Kunstvermittlung an Kunstvereinen zu entwickeln und zu testen.
Gefordert war, dass die Vermittlungsprojekte in der Zusammenarbeit von Kunstverein und KunstvermittlerIn entstehen und realisiert werden. Ausgewählt wurden sieben herausragende und innovative Konzepte, die prozessorientiert, über institutionalisiertes Wissen und traditionelles Kunstverständnis hinausgehen sowie die Teilhabe an kreativen und ästhetischen Prozessen bieten.
Weitere Informationen finden Sie hier: www.nrw.kunstvereine.de
Vermitteln / verhandeln: Von Publikum, Akteur/innen & Komplizenschaften
Workshop zur Kunstvermittlung
13. + 14. März 2009, Künstlerhaus Stuttgart
Die zweitägige Veranstaltung untersucht die Möglichkeiten einer zeitgemäßen Kunstvermittlung und partizipativer Produktionsformen in Kunstvereinen und Museen. Welche Rolle spielt das Publikum heutzutage in einer Kunstinstitution? Wie funktioniert Vermittlung? Unter welchen Bedingungen und mit welchen Mitteln können Ausstellungen zu echten Kommunikationsräumen werden?
Zeitgenössischen Vermittlungsmodellen geht es darum, BetrachterInnen einzubeziehen und mit diesen als Co-ProduzentInnen, KomplizInnen oder AusstellungskritikerInnen in Verhandlungen zu treten. Auf diese Weise stellen sie auch für die Kunstinstitution Ansätze dar, ihren Auftrag durch neue dynamische Formen der Kunstpräsentation weiterzuentwickeln.
Die Veranstaltung widmet sich zunächst in einer Reihe von Abendvorträgen der Kunstvermittlung als eigenständigem Handlungsraum im Spannungsfeld zwischen institutionellen und emanzipativen Ansprüchen. Am folgenden Tag bieten Workshops einen Einblick in aktuelle Formen der Vermittlung und diskutieren die Potentiale einer reflexiven und experimentellen Vermittlungspraxis.
Teilnahmegebühren:
Vorträge (13.3.): 3,-/erm. 1,50 Euro
Kunstvereins- und Künstlerhausmitglieder frei
Workshops (14.3.): 20,-/erm. 15,- Euro
Anmeldungen bitte bis 06. März 2009 unter adkv@kunstvereine.de oder per Fax unter +49 30 611 07 470.
Eine Veranstaltung der ADKV in Kooperation mit dem Künstlerhaus Stuttgart und Claudia Hummel (Kunstvermittlerin & Künstlerin, Berlin).
Tagung zur Kunstvermittlung
Kunstvermittlung zwischen Konformität und Widerständigkeit
7. bis 9. November 2008
In den letzten 10 Jahren hat es eine Intensivierung der Diskussion zum Thema Kunstvermittlung gegeben. Auf vielen Tagungen und in Workshops wurden neue Vorstellungen konkretisiert, Kunst zu rezipieren, Kunst als Bestandteil des eigenen Lebens anzusehen, Auseinandersetzung um unterschiedliche Betrachtungen und Interpretationen zuzulassen. In mehreren Bundesländern wurden Fonds eingerichtet, aus denen Projekte und Ideen gefördert werden können. Bei großen Ausstellungsevents des Jahres 2007 hat Kunstvermittlung erstmalig einen mit den Kunstprojekten gleichrangigen und gleichberechtigten Stellenwert eingeräumt bekommen.
Carolina Kecskemety wird die Tagung künstlerisch begleiten, zudem ist das deutsch-finnische Künstlerpaar Tellervo Kalleinen und Oliver Kochta-Kalleinen, die Erfinder der Beschwerdechöre, eingeladen ihr Projektkonzept vorzustellen. Ein Workshop mit ihnen eröffnet den Teilnehmenden die Möglichkeit, neben der Reflektion des Tagungsthemas, dieses auch mit konkreten Erfahrungen anzugehen.
Das Tagungsprogramm finden Sie hier (pdf).
Einen Kurzbericht der Tagung finden Sie hier (pdf).
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Zum Thema Kunstvermittlung hat die ADKV in den letzten Jahren bereits zwei Tagungen veranstaltet:
2002 in Kassel:
Kunstvermittlung zwischen partizipatorischen Kunstprojekten und interaktiven Kunstaktionen (Tagungswebsite)
2005 in Wolfenbüttel:
Wo laufen S(s)ie denn hin?! Neue Formen der Kunstvermittlung fördern in Kooperation mit der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel (pdf)
Publikationen zu den beiden Tagungen finden Sie hier.
Workshop zur documenta 12
"Bildung - was tun?" Die dritte der drei Leitfragen der documenta 12 war der Kunst und ihrer Vermittlung gewidmet.
Damit wurde die Kunstvermittlung auf einer documenta erstmals zum integralen Bestandteil der Ausstellungskonzeption mit einer eigenen Architektur.
Im Vorfeld der documenta 12 hat die ADKV einen Workshop durchgeführt, der VertreterInnen der Kunstvereine mit denen des documenta-Teams sowie des Umfeldes zusammenführt. Ziel war, den Kunstvereinen eine optimale Vorbereitung für ihre eigenen Kunstreisen zur documenta 12 zu geben.
Der Workshop fand am 12. Mai 2007 in Kassel statt. Hier finden Sie das Workshop-Programm (pdf) und den Workshop-Bericht (pdf).
Der Friesische Teppich
Von August bis Oktober 2003 hat die ADKV das partizipatorische Kunstprojekt „Der Friesische Teppich – ein Gewebe aus Kunst, Kirche und Kommunikation“ in Zusammenarbeit mit drei Kunstvereinen realisiert: Künstlerhaus Wittmund/Hooksiel, Kunsthalle Wilhelmshaven und Kunstverein Cuxhaven.
Das Projekt hat im ländlichen Friesland Kunstvereine, Kirchengemeinden, KünstlerInnen und BürgerInnen vernetzt und miteinander ins Gespräch gebracht.
Hintergrund des Friesischen Teppichs war die Idee, Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen, die bisher wenig Berührungspunkte zur Kunst haben, zu motivieren, durch die Teilhabe an künstlerischen Prozessen neue Kommunikationsformen zu entdecken und dadurch Selbstverantwortung und Mitbestimmung zu übernehmen.
In Cuxhaven war die Künstlerin Antje Schiffers (pdf 16,2 KB) tätig, in Wilhelmshaven die Künstlerin Doris Koch (pdf 5,37 KB), in Hooksiel Betram Weisshaar/atelier latent (pdf 5,96 KB).
Carmen Mörsch und Nanna Lüth von Resource:Kunst (pdf 319 KB) haben ein Vermittlungsprojekt erarbeitet, das die drei Orte miteinander verbunden hat.
Die Ergebnisse des Projekts dokumentiert die Publikation „Der Friesische Teppich – Ein Gewebe aus Kunst, Kirche und Kommunikation“, hrsg. von der ADKV.
„Der Friesische Teppich“ wurde unterstützt von der Hanns-Lilje-Stiftung, der Kulturstiftung der Länder, dem Land Niedersachsen und aus Mitteln des EFRE-Fonds.














