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ZUR AUSSTELLUNG
Bart Koning "TAXI"

vom 3.4.2016 bis 15.5.2016 in der Kulturfabrik Schopfheim

Öffnungszeiten:
Mittwoch, Samstag, Sonntag: jeweils 14 ‐ 17 Uhr

Eintritt frei
FRÜHJAHRSAUSSTELLUNG

© Bart Koning: TAXI


Bart Koning sagt: "ich male und hoffe dabei, dass eins und eins = drei gibt, dass beim Malen etwas passiert, was ich nicht kontrolliere". Dass also etwas geschieht, das über den genial genauen Pinselstrich weit, vielleicht sogar sehr weit hinausgeht.
Warum also malt Bart Koning ein kleines altes ramponiertes Spielzeugauto in der Grösse des damaligen Originaltaxis? Wenn ich ganz hoch greifen wollte, dann könnte das ein Sinnbild des Lebens sein: wir machen uns nach der Geburt auf den Weg, steigen ein in das Taxi des Daseins und bewegen uns zum erst fernen und dann immer schneller näherrückenden Ziel. Zuerst sind wir spielerisch unterwegs, dann bekommen wir Beulen, der Lack geht ab an den vielen Ecken und Kanten, an die wir auf der Fahrt stoßen – bis uns der schwarz gekleidete Fahrer eines unschönen Tages beim Auftraggeber abliefert.
Diese Deutung ist mir zu hochtrabend. Da ich ein Mann bin, finde ich in dem alten Dinky Toy Erinnerungen an meine Kindheit – so wie Bart Koning, als er das Stück aus einer alten Kiste kramte. Wir bewahren alle unsere Erinnerungen auf: im Fotoalbum, in einer Kiste auf dem Speicher und im Kopf. Bart Konings Taxi war ein Zufallsfund, es hätte auch ein Elastolinindianer sein können. Aber ein Taxi transportiert etwas: entweder uns selbst oder als Spielzeug eben unsere Erinnerung. Was Bart Koning bewegte, als der das kleine Spielzeug in Händen hielt, sagt er am besten selbst:



© Bart Koning: Brian S.



© Bart Koning: Richard G.



© Bart Koning: Stirling M.


Manche Menschen glauben, die Kindheit sei das Reich der Nostalgie. Für mich ist es eher eine Zeit der Verletzungen. Womit ich nicht sagen will, dass die Erinnerung an frühere Gegenständen, für andere innere Spuren entstehen lassen könnten. Davon handeln meine letzten Arbeiten, etwa das Spielzeugtaxi der Marke Dinky Toys (1956), das meinem Bruder gehörte, oder auch die lebensgroße Porträtreihe von Spielzeugfigürchen, meist Fahrer aus kleinen Autos, Kutschen, Motorrädern oder Flugzeugen.
Wie oft haben wir Kinder diesen kleinen Plastikmännern ins Gesicht geschaut! Tragen sie nicht die sichtbaren Spuren harter Kämpfe im Gesicht, vieler Rennen, die wir mit ihnen veranstalteten, unzähliger Abenteuer auf Leben und Tod? Erst jetzt, wo ich schon so lange kein Kind mehr bin, haben sie zu mir aufgeschlossen und sind auf meinen Bildern ebenfalls groß geworden. Und sie erinnern mich an Ereignisse, die wir vor unendlich langer Zeit gemeinsam erlebt haben. Schaue ich ihnen in die zerstoßenen Gesichter, frage ich mich: Ist vielleicht auch bei mir die Farbe abgesprungen? Sieht man die Gebrauchsspuren? Und würde es mir irgendeiner verraten, wenn er es bemerkte?
Bart Koning



© Bart Koning: Bear in Mind


Die Erinnerungen sind das Eine aber Bart Konings künstlerisches Werk umfasst weit mehr als die bildhafte Erinnerung an Kindheit und Kindheitserlebnisse. Er ist ein Meister des Stillebens, wie es die Künstler früherer Jahrhunderte wohl kaum besser beherrschten:



© Bart Koning: Möhrchen


und der Tierbeobachtung



© Bart Koning: When we get there



© Bart Koning: A trip worth taking



© Bart Koning: My dear donkey


"Es ist jedes mal wieder anders wenn ich male ‐ manchmal bekomm ich was geschenkt, manchmal nicht."

Geboren am 28. Mai 1957 in Amsterdam, Niederlande, studierte Bart Koning zunächst von 1977 bis 1979 an der Academie Artibus in Utrecht und von 1979 bis 1982 an der Gerrit Rietveld Academie Amsterdam. Bart Koning lebt und arbeitet seit 1992 in Krefeld.
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